Bevölkerung im Saarland sinkt unter die Millionen-Grenze

Ergebnisse der Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung (Zensus 2011)

Nachdem die letzten Volkszählungen in Deutschland bereits mehr als 20 Jahre zurückliegen, haben die stati- stischen Ämter von Bund und Ländern zum Stichtag 9. Mai 2011 eine bundesweite Bevölkerungszählung durchgeführt. Danach lebten am 9. Mai 2011 nur noch 999 623 Menschen im Saarland, im Laufe des Jahres 2011 sank die Einwohnerzahl weiter auf 997 855 Personen.

Im Vergleich mit der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Volkszählung 1987 ergibt sich damit zum 31.12.2011 ein Minus von 15.497 Personen oder 1,53 Prozent. Damit steht das Saarland jedoch deutlich besser da als die meisten anderen Bundesländer. Für Deutschland insgesamt errechnet sich zum Jahresende 2011 ein Minus von 1 515 843 Personen oder 1,85 Prozent, entsprechend einer Einwohnerzahl von 80 327 900.

Im Unterschied zu früheren Volkszählungen, bei denen alle Bürgerinnen und Bürger befragt wurden, ist erstmals ein registergestütztes Verfahren durchgeführt worden. Damit ist ein Großteil der Bevölkerung von Auskunfts- pflichten verschont geblieben. Zur Ermittlung der Einwoh- nerzahl sind zunächst die Melderegister der Gemeinden ausgewertet worden. Um Unter- oder Übererfassungen der Melderegister auszugleichen, ist ergänzend eine Stichprobenbefragung bei 12,9 Prozent der saarlän- dischen Bevölkerung durchgeführt worden. Die dabei ermittelten Über- und Untererfassungen, also Personen, die im Melderegister geführt wurden, aber nicht an der befragten Anschrift lebten, oder Personen, die im Melde- register nicht erfasst waren, aber an der Befragungsan- schrift wohnten, sind über ein Hochrechnungsverfahren in das Gemeindeergebnis einbezogen worden. Außerdem sind zur Ermittlung der Einwohnerzahlen in Gemein- schaftsunterkünften wie Studentenwohnheimen, Alters- heimen und ähnlichen Unterkünften Daten zu allen Personen erhoben worden.

Hierbei hat sich gezeigt, dass 16,2 Prozent der saarländischen Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweisen. Das waren zum Stichtag 9. Mai 2011 rund 161 000 Personen. Hiervon besaßen etwa 40 Prozent eine ausländische Staats- angehörigkeit, rund 60 Prozent waren deutsche Staatsbürge- rinnen und -bürger mit Migrationshintergrund; jede sechste Person im Saarland ist also nach Deutschland zugewandert oder Nachkomme von Zugewanderten.

Parallel zur Bevölkerungszählung fand zum Stichtag 9. Mai 2011 eine Gebäude- und Wohnungszählung im Wege einer schriftlichen Befragung der Eigentümer statt. Hierbei wurde u.a. nach Baujahr, Größe und Ausstattung des Wohnraums gefragt. Als besonders bemerkenswert kam hierbei heraus, dass das Saarland bei selbstge- nutztem Wohneigentum mit 58,1 Prozent Spitzenreiter ist (Deutschland 43,2 %); auch die durchschnittliche Anzahl der Wohnungen je Wohngebäude liegt im Saarland mit 1,6 deutlich unter dem Deutschlandschnitt von 2,2 Woh- nungen je Wohngebäude. Außerdem verfügen die Woh- nungen im Saarland mit 103 Quadratmeter über 14 Prozent mehr Wohnfläche als der Bundesdurchschnitt (90,6 m2). Andererseits ist der Bestand an älteren Gebäuden mit einem Baujahr vor 1979 mit 75,7 Prozent höher als im Bund (64,2 %). Gleiches gilt für die Leer- standsquote (Saarland 5,8 %, Bund 4,5 %).

Insgesamt gab es im Saarland zum Erhebungsstichtag 309 256 Gebäude mit Wohnraum und einen Wohnungs- bestand von 510 353 Wohnungen. Mehr als die Hälfte der Wohnungen ist mit fünf und mehr Räumen ausgestattet, über 40 Prozent besitzen drei und vier Räume; 7,4 Prozent der Wohnungen haben lediglich ein oder zwei Räume.

Detaillierte Ergebnisse zum Zensus 2011 finden Sie auf der Zensusdatenbank. Über das im Internet unter https://ergebnisse.zensus2011.de frei zugängliche Web- portal sind die Ergebnisse des Zensus 2011 für jedermann seit dem 31.05.2013 abrufbar.

Im Rahmen der Stichprobenbefragung sind den Bürge- rinnen und Bürgern weitere Fragen zur Lebenssituation, zur Religion und zum Migrationshintergrund gestellt worden.

 

Telefonische Anfragen richten Sie bitte an den Projekt- leiter Zensus 2011 Daniel Krämer (0681/501-2951) oder an die Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Koba Krause (0681/501-5925).